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Freitag, 6. Juli 2012

Tag 14 von 15 in Korea - Und dann ist da plötzlich ein Markt im Zug

Jetzt ist die Zeit in Korea auch fast schon rum, am Sonntag geht es wieder in's "gelobte Land", das noch ein wenig abgedrehter ist, als Korea es ist.
Inzwischen ist mein Eindruck, dass Korea zwar sehr ähnlich wie Japan aussieht, aber in vielen Sachen gemäßigter ist, nicht ganz so in's Extrem abgedriftet und allgemein sehr viel westlicher, gerade was die Einflüße auf die Musik und Kultur angeht. Man lebt hier eben doch nicht ganz auf einer Insel und das merkt man. Hier mal eine kleine Liste an Unterschieden, die für mich dieses "nicht ganz so extreme" ausmachen:

- Seoul ist nicht so ENG wie Tokyo. In Tokyo hat man chronisch Platzangst, in Seoul ist alles viel weiter gebaut und man hat mehr "Platz zum Atmen"
- Kein Hello Kitty Scheiss überall. Um es genau zu sagen: Nirgendwo. Ich hab in den 2 Wochen hier kein einziges Mal Hello Kitty Zeug gesehen, also sogar noch weniger als in Deutschland.
- Keine Massaji-Massaaaaji Frauen in jedem kleinen bis großen Bezirk mit ein paar Bars und Restaurants.
- Kein Dogma was stehen/gehen und essen angeht. Hier gibt es überall Stände, die einem Essen auf die Hand verkaufen und das wird auch an Ort und Stelle dann im stehen vernascht.
- Keine Sex-Manga lesenden Lustopas in den Bahnen. Keine Totenstille in den Bahnen, sondern eher Klatsch und Tratsch, sowie Handygeplapper wie aus Deutschland bekannt. Auch die Grapscherei in den Bahnen ist hier wohl nicht so verbreitet wie in Japan.
- Keine HORRENDEN Steuern auf Malz und damit auf Bier. Bierdosen im Convenience Store für knapp nen Euro klingt vernünftig, auch wenn es der Geschmack nicht ist. Sogar japanisches Bier ist hier billiger erhältlich als in Japan!!!!!1111
- Keine sprechenden und fiepsenden Ampeln überall, kaum (nicht garkeine!) herumfahrende Wägen mit Megaphonen, die einen mit Werbe- oder Wahlbotschaften zudröhnen.
- Kaum Mini-Cars auf den Straßen, sondern richtige Autos. Gefühl 98% sind Coupés. Ich hab keinen einzigen Kombi hier gesehen, nur ein paar SUVs hier und da.

ABER man muss auch sagen, es gibt meiner Meinung nach auch negative Unterschiede:
- keine Sex-Manga lesenden Lustopas in den Bahnen. Haha, nein Spaß. ^^
- Convenience Stores sind nur halb so groß wie in Japan und haben grundsätzlich auch nur das halbe Sortiment. Das heißt: Nur halb so viel Auswahl an Softdrinks, Ramen, Bieren, kaum saisonale Varianten von bekannten Sachen (erinnert sich noch wer an Pepsi Cucumber oder Pepsi Azuki?)
- Koreaner sprechen kein Japanisch. Negativ, weil ich kein Koreanisch spreche. :(
- Kein Nomihodai, d.h. 2 Stunden Allyoucandrink in Izakayas für relativ niedrigen Preis. Gut, dafür is alles hier für einen relativ niedrigen Preis erhältlich, was Nomihodai etwas überflüssig macht...
- Korea ist ein sehr christliches Land (~80% sind Christen), d.h. Moral und Werte werden hier hochgehalten wie im südlichen Italien oder im tiefsten Peru. Das bedeutet auch so Faxen wie kein Sex vor der Ehe, nicht zusammenziehen zuvor man heiratet, keine anzüglichen Darstellungen in Filmen (Nipplegate-Gefahr!) und so weiter. Dazu stehen hier mehr Kirchen als in der bavarischen Provinz. Die Dinger sind wirklich überall, mit riesigen Kreuzen, die mit roten und grünen Neonblinklichtern verziert sind.
- Sehr starke Ressentiments in Richtung Japan, um nicht zu sagen "Japanhass". Sicherlich nicht mehr in dem Umfang wie früher, aber noch sehr deutlich zu spüren, vor allem wenn man das Thema mal anschneidet. Ganz heißer Tipp: Niemals das Thema "Dokdo / Takeshima" anschneiden! NIEMALS! Was folgt, sind normalerweise unaufhaltbare Wutausbrüche und emotionale Hasstiraden auf Japan, die sich unvermittelt auf einen selbst richten, wenn man nicht zu 200% die koreanische Position vertritt. Nicht ganz so emotional ist die "Eastern Sea / Japanese Sea" Diskussion, aber auch eher vermeiden. Ich hab nie erlebt, dass diese Sachen so emotional beladen sind in Japan, von den Typen in den schwarzen Vans mal abgesehen. Aber die leben eh in ihrer Dai-Nippon Traumwelt.
- Arbeiten in Korea bedeutet noch härter arbeiten als in Japan, mit noch wenigr bezahltem Urlaub, mit noch konseverativeren Ansichten, was die Arbeitsweise angeht. Präsenz vor Effektivität. Die Firma über alles. Home Office? LOL!!

Dann gibt es noch die Sachen, die man weder als positiv, noch als negativ einordnen kann. Sachen die einfach anders sind. Zum Beispiel steigt man in Cheongdam aus der Bahn aus und sieht im Zug gegenüber plötzlich einen Markt, der sich durch den kompletten Zug zieht.




Wahrscheinlich sind wegen der Regenzeit die Open-Air Marktflächen knapp geworden, also warum nicht einfach einen Zug kapern und die Stände dort aufbauen? Ich hab nicht schlecht gestaunt.

Warum es die letzten Tage kein Update gab, lag unter anderem daran, dass ich nicht in Seoul, sondern in Sokcho, einer Stadt am östlichen Nordende von Korea. Eine Stadt bekannt für die hohe Anzahl an Nord-Koreanern, die während dem Krieg aus dem Norden dorthin geflohen sind und sich dort niedergelassen haben, für Schweine-Innereien und für den wundervollen Sokcho-Beach. Aber der Reihe nach:
Sorry, leider hab ich kein Bild von einem anderen Nord-Koreaner gemacht. Daher muss der Typ reichen.

Alles mögliche herrliche Innereienzeug mit Glasnudeln und anderem Kram in Schweinedärme gestopft, oder wahlweise in Nori oder in Kalmare. Wie geil ist die Idee, Schweineinnereien in Kalmare zu stopfen?! Fast wie eine Weihnachtsgans mit Zweiebelmett zu stopfen! Bekannt ist das Gericht übrigens als Sundae.

Sundae in in irgendeinem Jiggae Zeug. Scharf, wie immer. Lecker, wie immer.

Sokcho Beach, schon ganz nett :)

Manchmal ist das Leben schon ganz ok.

So, jetzt kommen noch 2 kleine Gemeinheiten. In Sokcho hatte ich nämlich 2 wirklich reizende Übernachtungsgelegenheiten. Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, alles aufzugeben, dorthin zu ziehen und äähh professioneller Rettungsschwimmer zu werden. Dank meiner Plauze hab ich ja genug Auftrieb für 2, also bin ich sozusagen perfekt für den Job!

Hotel Nummer eins, mit Balkon und Blick auf den Strand + Meer, sowie der Möglichkeit für knapp 6 Euro einen Grill auf den Balkon gestellt zu bekommen. Kostenpunkt mit Grill: ~55 Euro die Nacht.

16 von den Garnelendingern für knapp 3 Euro. lol :D Aber so vollgefressen wie nach dieser Grillorgie war ich selten...


Hotel Nummer zwei. Kostenpunkt 68€ die Nacht. Worte sind wohl nicht viele notwendig. Jacuzzi IM Zimmer, von dem aus man wahlweise auf das Meer hinausschauen oder auf den Fernseher glotzen kann.

Ach ja, manchmal ist das Leben schon ok.

Sonntag, 1. Juli 2012

Tag 9 von 15 in Korea - Zeigt her eure Schweinefüße!

Diesmal hab ich es eindeutig übertrieben. Also was die ausgezeichnete Güte meiner Restaurantwahl anging.
Ich hab mich nämlich vorher informiert, und zwar beim Seoul Food Blog. In dem verlinkten Post wurde "Jokbal" angepriesen, das auf den ersten Blick nicht als das zu identifizieren ist, was es eigentlich ist: Schweinefuß.

Wer jetzt erstmal denkt "NEIN DANKE!", dem sei gesagt, dass er da etwas wahnsinnig leckeres verpasst. Und Schweinshaxe ist auch nicht wirklich was großartig anderes, nur eben nicht gekocht, sondern gebraten.

Aber genug des Geredes, jetzt lass ich euch das Wasser im Mund zusammen laufen:

 Restaurants die nur eine Sache, dafür aber in 3 Größen anbieten, müssen was richtig machen. Übrigens hatten wir Glück und sind gerade gekommen, als das Restaurant zum Mittagstisch aufmachte. Anschließend standen bis zu +20 Leute vor dem Restaurant und haben gewartet.

Oh du fettige, gelatinöse Göttlichkeit.

Unfassbar, dass ich das niemals in Schland bekommen werde :(

 Unter den Scheibchen versteckt sich auch noch Knochen, an dem man sogar nagen darf! Und wie ich an dem Kram genagt hab, mein lieber Schwan!

Und so essen es die richtigen Koreaner. Ab in ein Salatblatt, ne rohe Knoblauchzehe dazu, etwas Ssamjang und was sonst noch so auf dem Tisch rumsteht. Zusammenknüllen und ab in den Mund.

 Kurz vor dem Ende. Nach dieser massiven Portion war ich allerdings auch am Ende. Die mittlere Portion hätte schon locker für 3 Personen gereicht. Mit etwas Reis dazu sogar fast für 4 würde ich sagen. Abartig geil das Ganze und bisher war Jokbal wohl mein Favorit in Korea!

Ach ja, das Restaurant wo wir waren, war übrigens das hier:


Mehr Infos zu dem Restaurant findet ihr im Seoul Food Blog. Empfehlung: Am Besten so 12:30 bis 12:45 da sein und sich auf der aushängenden Tafel eintragen, damit man direkt bei Öffnung in das Restaurant darf. Weiß aber nicht, ob diese Öffnungszeiten evtl. nur für Sonntag gelten.

Samstag, 30. Juni 2012

Tag 8 von 15 in Korea - DIE Niederlage und Regenzeit

Wer schon Angst hätte, die Halsschmerzen, die zu meiner kleinen Auszeit geführt haben, hätten mich dahingerafft, der lag (leider?) falsch.
Allerdings ist so ein Tagesrythmus wirklich schwer aufrecht zu erhalten, vor allem wenn man viel unterwegs ist und abends tot in's Bett fällt.
Oder man fällt erst um 8 Uhr morgens in's Bett. Zum Beispiel weil man sich (unnötigerweise) um 3:45 in einer Bar in Hongdae das Spiel Deutschland vs. Italien antut. Ohne Worte. Also das Spiel zumindest, von dem Abend an sich kann ich euch gerne erzählen.

Erstmal zu Hongdae. Das ist ein im Westen von Seoul gelegener relativ junger Ort, der mit seinen vielen Bars, Restaurants und Clubs ein wenig an Shibuya erinnert, aber in wesentlich weniger "fancy". Sondern eher in die Richtung studentisch, wie man es aus Deutschland kennt. Es ist immer was los und die Preise sind wirklich studentenfreundlich.
Mit einer bunten Truppe, gemischt aus Deutschen, Koreanern, einem Franzosen und einem Mexikaner ging es dann rund, denn man musste sich die Zeit bis 3:45 ja auch irgendwie vertreiben. Hier unsere Hauptbeschäftigung in Bildform:

2 der 4 beliebten großen Biermarken in Korea. Die anderen 2 sind Cass und Hite. Was davon wirklich den Namen "Bier" verdient hat, ist noch ein offener Streitpunkt.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Japanerun und Koreanern konnte relativ bald beobachtet werden: Sie halten bei feuchfröhlichen Abenden meist nicht ganz so lange durch, wie die kaukasischen Exemplare.

 Out of order.

Da nach ein paar Bier plötzlich auch wieder der Hunger einsetzt, den man sich in ordinären Bars vll. mit Chips oder Fritten bzw. anschließend mit Döner o.ä. (Randnotiz: Ich hab seit ~4 Jahren keinen Döner mehr gegessen) stillt, wird in Korea geschickt mit noch mehr Bier verbunden. Oder mit "So-maek", einer Verbindung aus Soju (das gleiche wie Shochuu) und Bier, das auf Koreanisch Maek-ju heißt. Also einen Shot Soju in das Glas und dann mit Bier auffüllen. Dazu gibt es herzhaft gekochten Schweinebauch, der einem auf der Zunge zergeht und der für den Verzehr in ein Blatt Kimchi gerollt wird. Passt alles perfekt zusammen.
 Die Sünden der feuchtfröhlichen Nächte.

Als der Anpfiff näher kam, ging es dann in der/die/das Restaurant/Bar/Ding namens "Garten Bier" Trotz des Namens und Deutschlandflagge-Aufnähern auf den Uniformen der Bedienungen, gab es dort kein einziges deutsches Bier. Großartig. Dafür eine riesige Leinwand mit der Liveübertragung eines herzzerschmetternden Dramas in 2 Akten.

Merke: Nur im Biergarten gibt es deutsches Bier, nicht im Garten Bier!

Mir wäre lieber gewesen, die Leinwand hätte relativ bald nach Anpfiff den Geist aufgegeben...


Da ich mich natürlich voll auf einen Sieg der deutschen Mannschaft eingestellt hatte, ging ich auch noch eine Wette ein, das Frühstück zu bezahlen, wenn die deutsche Mannschaft verliert. Folgendes ging dann auf meine Kosten...
Kimchieintopfgedöns mit Schweinebauch. Saulecker, sauscharf. Morgens um 6.


Soviel dazu. Unerwarteterweise, also für mich unerwartet, hat hier gestern die Regenzeit angefangen. Aus Japan hatte ich eigentlich so Mai bis Juni erwartet und nicht erst jetzt am Ende Juni bis in den Juli hinein. Aber eventuell ist die auch anders als in Japan? Auf jeden Fall kommen hier Hunde und Katzen runter und die Luft ist dank der schwülen Hitze fast trinkbar. Wobei alles etwas runtergekühlt ist, dank dem Regen. Aber für Seoul gilt nun die Devise, immer einen Regenschirm griffbereit zu haben.

So, da ich mir sowieso vorkomme, als würde ich inzwischen ein Food-Blog führen, kann ich euch auch noch mit meinen letzten essenstechnischen Errungenschaften quälen. Quälen deshalb, weil das Zeug hier einfach unfassbar schmeckt.

Das erste und wohl unvergleichlich mit leckerste, was Korea zu bieten hat und das euch auch jeder spätestens als erstes oder zweites raten wird, wenn ihr fragt "was muss ich Korea mal gegessen haben?":
SAMGYEOPSAL!

Ein Haufen Bauchspeck, geile Soßen, viel Chilikram und bissle Gemüsekram. Was will man mehr?

Oh du verführerische Cholesterinbombe...

 Nach der Grillerei werden die Stücke mit einer Schere in mundgerechte Stücke zerschnitten. Diese legt man dann in ein Salatblatt, ein wenig Kimchi, Gemüse und Sößle dazu, Salatblatt zusammenfalten und "mit einem Haps, sind die im Mund!"


Und dann gab es auch noch etwas, das originär eigentlich aus Japan kommt, die Koreaner aber auf ihre Bedürfnisse angepasst haben. Soll heißen, viel schärfer, mit Kimchi und sonstigem eingelegten Zeug und ach ja, viel schärfer natürlich. Um was geht es eigentlich? Um Shabu-Shabu! 

2 Kammern für mehr Abwechslung, was die Grundsuppe angeht. Links eine auf Katsuo basierte Fischbrühe, rechts eine auf Chili basierte Chilisippe. Mit extra Chili und Chiligeschmack. Dazu gab es etwas scharfes Kimchi, aber nur für die Schärfe. ^^

Rrrrrein mit dem Fleisch! Entweder nur eins kurz, oder man schmeißt immer so eine Hand voll rein. Macht am Geschmack nicht viel, da die Fleisschstücke hauchdünn sind. Auf jeden Fall ein Traum und wesentlich günstiger als die japanische Variante. Mit 6-7€ waren wir hier schon ordentlich bedient.


Mittwoch, 27. Juni 2012

Tag 5 von 15 in Korea - Kurze Auszeit

Jetzt hätte ich fast vergessen heute was zu posten. Wäre auch nicht schlimm gewesen, denn heute gab es eine kleine Auszeit, mit viel Schlaf, TV und Internet.
Der Grund dafür lag im Hals. Genauer gesagt lag es an Halsschmerzen, die mich seit vorgestern erst leicht, dann gestern immer stärker plagten und die heut morgen um 6 so garstig wurden, dass ich schon fast dachte, ich muss zum Arzt. Nach einer gehörigen Portion Schlaf bis in den Nachmittag hinein, hat der ganze Spuk dann aber langsam nachgelassen.

Mit den kleinen Fressalien vom Convenience Store will ich euch auch nicht belästigen, wenigstens heut Abend gab es handfest Bibimbap und eine Flasche Makgeolli (in Japan als Makkori bekannt):



Zudem hab ich etwas im Convenience Store gefunden, nach dem ich die letzten 1,5 Jahre gedürstet hatte. AQUARIUS!!!
Hatte schon fast befürchtet, dass es das Zeug nur in Japan gibt. Zum Glück (und mit Glück) aber auch in Korea erhältlich. Wer es nicht kennt, Aquarius ist eines dieser isotonischen Sportgetränke. Ein echter Lebensretter im ostasiatischen Sommer und dazu noch wirklich lecker.

Sonntag, 24. Juni 2012

Tag 2 von 15 in Korea - Eat....ALL THE THINGS!

Mal schauen wie lange ich es durchhalte, wirklich jeden Tag zu posten. Aber einen Versuch ist es wert.

Dann mal zu technischem Klimbim:
nic.de.vu ist wohl am schwächeln und man kommt wohl kaum noch durch, wenn man www.kartoffelsushi.de.vu benutzt. Deswegen bin ich am überlegen, ob ich mir endlich mal eine .de Adresse zulegen soll oder was ähnliches. Für eine .jp oder .co.jp komm ich mir doch etwas zu kartofflig vor und hab auch das falsche Zielpublikum dafür :)
Ausserdem, dadurch dass ich Blogger aus Korea heraus benutze, hat mein Blog plötzlich eine .kr Endung bei Blogger: kartoffelsushi.blogspot.kr O_O
Oder wird das nur bei mir in Korea so angezeigt?

Naja ich hoffe mal, man findet aus Schland heraus trotzdem weiterhin auf mein Blog. Ansonsten darf man halt alles nachholen, wenn ich wieder zurück bin :)

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema, in das ich mich hereinlegen könnte: Koreanisches Essen.
Ich bin mir langsam nicht mehr sicher...aber...ich glaube koreanisches Essen ist "besser" als Japanisches. Also erstmal ist hier alles wirklich günstig und die Portionen dazu immer riesig, was man von japanischen Portionen nicht immer sagen kann.
Dann gibt es zu dem Hauptessen noch immer 3 bis unendlich viele kleine Sidedishes, sogenannte "Banchan", die alles mögliche eingelegte von Kimchi bis Salate und so weiter umfasst.
Dazu ist die koreanische Küche viel würziger und teilweise auch sehr scharf. 2 Adjektive die in der japanischen Küche sehr sparsam benutzt werden. Eine Ausnahme: Japanisches Curry...aber dass man "japanisches" dazusagen muss, zeigt schon, dass es sich nicht wirklich um etwas japanisches handelt.
Ich will die japanische Küche nicht schlechtreden, ich werd mich nach den 2 Wochen hier trotzdem in riesige Haufen Okonomiyaki, Sushi, Misoramen, usw. setzen, aber die koreanische Küche hat es mir wirklich angetan.

Heute wurde ich dazu eingeladen Essen zu gehen in ein "ordentliches Restaurant", Zitat Ende:

 Einmal alles bitte!

Bitte was? Einmal alles ist nicht genug für 5 Leute? Dann hier bitte ZWEIMAL alles!
Manche Mengen an Essen bringen selbst mich zum Lachen. Kein Plan wirklich was da so aufgetischt war. Im hinteren Bowl war auf jeden Fall Bulgogi. Das im vorderen Bowl war ganz ähnlich dem, was man in Japan unter "Buta-Kimchi" kennt, also Schweinefleisch mit viel Kimchizeug und dazu noch ein KLACKS Chilipaste (Gochujang), damit man sich auch auf dem Nachttopf dran erinnert, was man so in sich reingestopft hat. Montezuma lässt grüßen. Der Rest war einfach das, was der Koch noch so übrig hatte, eben mal schnell eingelegt, mit Chilipaste bestrichen oder gar mit Misopaste. Sehr lobenswert zu erwähnen, grüne Spitzpaprika beschmiert mit Misopaste. MWWOAAHH geil.

Da sonst nicht viel anderes anstand und die Bilder oben vom heutigen Abendessen sind, wurde der Mittag mit...na was wohl...Essen verbracht. Und etwas Planung für die nächsten 2 Wochen wurde auch vollbracht.

Aber erstmal Seoulfood:

Nennt sich Andong Jjimdak und in etwa so geil, wie es auf den Bildern matschig aussieht. Im Prinzip ist es in etwa ein nicht ganz halbes Hähnchen in Teilen, dazu viel Gemüse in Form von Chilis, Zwiebeln, Kartoffeln, Pilzen, Pipapo und drunter sind noch so breite Nudeln, die etwas wie Glasnudeln anmuteten, aber die megaleckere Soße saftig in sich eingezogen haben. Die Soße selbst ist leicht süßlich, aber dabei sehr würzig. Gut vergleichbar mit einer uns bekannten Bratensoße. Dazu noch einen Tick Schärfe, aber ging.

Abgesehen von der Völlerei, ging ich heute auch einer der Lieblingsgeschäftigungen der Koreaner nach bzw. genauer gesagt der Bewohner Seouls. Ich hab mich mit einem Bier in der Hand an den "Han" gesetzt. Der Han ist der riesige Fluß, der durch Seoul fließt und dabei selbst den Rhein wie einen kleinen Hinterhofbach aussehen lässt.





In etwa äquivalent zu "sich mit einem Bier unter einen Sakura Baum setzen", nur kann man sich das ganze Jahr über an den Han setzen. Unter den Sakura-Bäumen zieht die Ausrede nur, wenn die Dinger auch blühen. Also eine alltäglich verfügbar Ausrede sich ein Bier reinzudrücken: Punkt für Seoul.

Punktabzug jedoch in der B-Note. Denn auch hier in Korea findet man geschmackliche Verirrungen:
Ouh bitte nicht...

Dienstag, 8. Mai 2012

Back to Japan - ein paar mehr Tage für den Countdown

Der letzte Stand meiner gezählten Tage in Japan hörte auf mit 321, also nicht mal ein ganzes Jahr hab ich vollbekommen. Auf 365 werde ich den Zähler dieses Jahr auch nicht hochschrauben können, aber zumindest um 7 oder 8, so wie es der aktuelle Plan vorsieht. Denn im Juni/Juli besteige ich endlich wieder ein Flugzeug und mach mich auf die Reise nach Fernost!
Diesmal steht allerdings nicht nur Japan auf dem Programm, sondern erstmal 2 Wochen Südkorea und dann "nur" eine Woche Japan anschließend. Da ich gute Gründe und eine günstige Unterkunft in Seoul habe, ist die Reise dorthin der eigentliche Aufhänger des ganzen Trips, aber natürlich muss ich auch bei alten Freunden und Kollegen reinschauen, wenn ich schon mal in dem Eck der Welt bin.

Geplant sind ein paar Tage Tokyo, um eben alte Kollegen zu treffen und vll. ein paar Möglichkeiten für die Zukunft auszuloten und anschließend geht es wieder ab nach Sendai, um die Kokubuncho und Ernie's Bar unsicher zu machen. Ernie's Bar dürfte wohl so ziemlich mein liebstes Wasserloch auf der Welt sein. Allein der Barkeeper ist schon Kultstatus und die Nächte, die ich mir dort um die Ohren geschlagen hab, werden unvergessen bleiben (oder sind bereits vergessen, dank ein oder anderem "Kyuuba Liiba" zuviel :p ).

Zudem steht auch ein Trip an die Küste von Myiagi an, evtl. ein Besuch bei einer Freundin, die jetzt in Kesennuma wohnt. Das ist ein Ort, der dem einen oder anderen noch aus der Tsunami-Berichterstattung bekannt sein dürfte.
Irgendwie hab ich dabei gemischte Gefühle, da ich auf keinen Fall ein "Katastrophen-Touri" sein will, es aber doch mit eigenen Augen sehen möchte, um es wirklich begreifen zu können, was im März 2011 passiert ist.

Ich hoffe das, was ich dort sehe und erlebe überschattet nicht, dass ich mich extrem freue alle meine alten Freunde dort wiederzusehen und mit ihnen das ein oder andere Asahi die Kehle herunterschicken werde.

Ach, ich freu mich wie ein kleines Kind :>