Montag, 23. August 2010

Day 321 - Vor einem Jahr...

...bin ich nach Japan gekommen. Angekommen am Kansai International Airport, während gerade ein Feuerwerk über Osaka abgebrannt wurde. Extra für mich! (lasst mich in dem Glauben!)

Viel hat sich seit dem verändert.
Zum Beispiel hab ich knapp 10 Kilo verloren seit damals. Danke Japan!
Mein Japanisch ist auf einem Level angelangt, wie ich es vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte. Vielen Dank an all die Japaner, die mir geduldig ihr Ohr geliehen haben.
Meine Lebensabschnittspartner haben gewechselt, Erfahrungen wurden gesammelt und am Ende steh ich knapp einen Monat vor der Rückkehr wieder allein da. Merke: Japanerinnen oder Deutsche - Frauen sind Frauen. Die haben alle einen an der Klatsche :D Jedoch eventuell die Japanerinnen noch etwas mehr...
Allgemein bin ich wohl durch die ganze Auslandserfahrung etwas reifer geworden, wobei man das bei mir wohl relativ sehen muss. Ich bleibe immer ein naiver Kindskopf :]

Einiges hat sich nicht verändert.
Der August ist immernoch brutal heiss. Der Juli auch. Unfassbar heiss. Nachts "kühlt" es auf ganze 28 Grad runter, tagsüber geht es meistens zwischen 34 und 36 Grad hin und her. Nach 1-2 Minuten ausser Haus läuft einem die Soße auch schon. Herrlich.
Meine Kanjikenntnisse haben sich eher nicht erweitert, nur verlagert. Einige Kanjis, die ich vom Sehen kenne und weiss, ich habe sie gelernt, kann ich nicht mehr zuordnen was Lesung und Bedeutung angeht, dafür kann ich Alltagskanjis aus emails fast ohne Probleme lesen.

Und immernoch finde ich die richtige Motivation nicht wieder, um regelmäßig zu Bloggen.
Immerhin geht meine Bachelorthesis halbwegs voran, wobei es scho arg ist, sich nach der Arbeit noch zu motivieren etwas für die Thesis zu machen. Genau wie heute...eventuell ist das ja der Grund, warum ich mal wieder poste.

Was mich ein wenig ärgert, ist, dass ich wohl bis zu meiner Abreise ein "volles" Jahr von 365 Tagen nicht voll bekomme.
Tja...muss ich halt nochmal kommen um es voll zu machen ;)

Montag, 5. Juli 2010

JLPT Database

Ganz vergessen, aber durchaus einen eigenen Post wert.

Wer Lust hat, sich auf den nächsten JLPT Test vorzubereiten, dem sei diese Seite an's Herz gelegt:
http://www.tanos.co.uk/jlpt/

Dort habt ihr alle Infos, die ihr zum Bestehen braucht. Von Vokabular, über Grammatik, Massen von Beispielsätzen, Kanjilisten, und und und...

Einfach mal anschauen und loslernen :)

Day 272 - JLPT N3, Regenzeit und Towerburger

Liebes Jungvolk, 109 Tage ist es her seit meinem letzten Post. Das heisst aber nicht, dass meine Zeit in Japan schon vorbei ist, sondern nur, dass ich "etwas" schreibfaul war ;)

Aber nun mal ungeordnet der Reihe nach.

Letzten Sonntag hab ich den neuen JLPT Test mitgeschrieben, N3 Level.
Der alte Test hatte die Level 1 bis 4, wobei 1 am Schwersten war. Die Gap zwischen 2 und 3 war aber dermaßen riesig was Vokabular und Kanji angeht (Level 3 = 300 Kanji, Level 2 = 1000 Kanji!!!) , dass man sich entschlossen hat, dort ein neues Level zwischenzuschieben, den neuen N3. Im Prinzip hat sich nicht viel verändert, ausser, dass eben das neue Level zwischengeschoben wurde. Zudem wurde mir gesagt, dass man statt ingesamt 60% richtig haben, nun in jedem der 3 Test-Teile 60% richtig haben muss. D.h. man kann nicht mehr sein Kanji-Unvermögen durch superbe Grammatik oder Hörleistung wieder ausbügeln, sondern muss nun alles beherrschen.
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich wohl den N4 locker bestanden hätte, aber der N3 was Kanji und Vokabular einfach noch über meiner Kragenweite lag. Hörteil und Grammatik/Leseteil waren ganz in Ordnung, da dürfte ich die 60% locker schaffen. Aber über den Kanjiteil....legen wir besser den Mantel des Schweigens. Hoffen wir mal, dass ich gut geraten habe ;)

Zwischenzeitlich hat auch die Regenzeit begonnen, was durchgehend leckere 30 Grad und Luftfeuchtigkeiten von 60-100% verheißt. Zwischendurch immer mal wieder sintflutartige Regenfälle, auf die einen kein Wetterbericht vorbereiten kann, also besser dran gewöhnen, den Regenschirm immer mitzunehmen.

Ach ja, mein Geburtstag war auch noch irgendwann im Juni, Happy Birthday to me! Hier ein Blick auf mein Geburtstagsmahl.

Um gleich bei den kulinarischen Finessen zu bleiben:
Bei Lotteria, einer japanischen (?) Burgerkette gibt es zur Zeit den "TOWERCHEESEBURGER" für 990 Yen. Was bekommt man für das Geld?
- 2 Brötchenhälften
- 10 Stück Fleisch
- 10 Scheibchen Käse

Das Ding ist ein MONSTER!


...sollte man meinen, wenn man das Poster sieht. Die Realität ist eher ernüchternd.


Nicht falsch verstehen, das ist immer noch ein ziemlich großer Klumpen Fleisch und vor allem viel fettiger Käse. Das ganze Ding ist ziemlich fettig. Fettig ist eigentlich das einzige Attribut, das mir in Erinnerung geblieben ist. Am nächsten Tag hab ich auch kein Frühstück gebraucht.
Aber auf jeden Fall essbarer als jedes Riesenschnitzel vom Waldgeist.

Was ist zwischenzeitlich noch passiert...hmm...ich hab meinen Vertrag verlängert und werde meine Bachelorthesis nun hier in Japan schreiben, d.h. ich bleibe bis Ende September hier in Japan und bin damit dann fast ein ganzes Jahr hier gewesen, zwar nicht am Stück, aber von der puren Zeit her wird es fast reichen.

Ach ja, der japanische Premierminister hat auch noch gewechselt. Bye bye Hatoyama!
Die WM findet natürlich auch in Japan als Event statt, nur erweist sich der Umstand, dass die "20:30" Spiele hier um 3:30 anfangen, etwas als Stimmungskiller. Ohne Vorschlafen geht nichts, aber was macht man mit der Zeit danach, wenn das Spiel um 5:30~ vorbei ist und man um 9 in die Arbeit muss? Bisher hab ich die Nachtspiele immer Zuhause angeschaut, auf heimischem Laptop per Stream. Aber für das Halbfinale werd ich evtl. in Etablissements mit mehr Deutschen gehen, um auch das richtige Flair dafür zu haben. Dann werde ich aber keine Chance mehr haben, nach dem Spiel noch etwas zu schlafen bzw. wird der Schlaf dann eher knapp ausfallen, also muss der Vorschlaf ausgedehnt werden...aber wer kann um 20 oder 21 Uhr denn schon schlafen?!?

Probleme, die, die Welt nicht braucht.

Freitag, 19. März 2010

Day 163 - Ein Lebenszeichen

Auch mich hat hier langsam der Alltag eingeholt, dazu war ich die letzte Woche leicht am kränkeln.
Irgendwie findet man doch immer Gründe, sich vom Bloggen abzuhalten, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich hab einige interessante Sachen, die ich hier noch breittreten will, unter anderem möchte ich mal das heikle Thema "Japanische Frauen" aufgreifen. Das dürfte für einige interessant werden ;)

Heute ist ein wunderschöner Tag in Tokyo, 20° und strahlender Sonnenschein. Um das auszunutzen, geht es heute nach Odaiba, die künstliche Insel in der Bucht von Tokyo.

Wer mehr wissen möchte, findet viel dazu auf Japan-Guide.com, eine Seite die ich sowieso uneingeschränkt empfehlen kann. Hier der Link zu Odaiba.

Wenn mich mein Besuch aus Sendai lässt, fabrizier ich dazu auch noch nen kleinen Bericht mit Fotos :)

Dienstag, 2. März 2010

Shibuya Scramble Crossing

Meiner Meinung nach immernoch der allerverückteste Ort in ganz Tokyo: Shibuya, direkt vor dem Bahnhof. Nirgendwo bekommt man eher dieses "ich bin nur eine Ameise im Ameisenhaufen" Gefühl. Aber seht selbst :)

Montag, 22. Februar 2010

Das Peace Zeichen

Wir alle kennen es von unzähligen Fotos und auch ich muss den Reflex inzwischen unterdrücken, obwohl ich zurecht sagen kann, es noch nie getan zu haben: Das Peace Zeichen.

Doch woher kommt's? Was soll es? Welche Bedeutung hat es?
Viele haben schon versucht das rauszubekommen, aber das Problem ist: Die Japaner wissen es selbst nicht.

Anschaulich dargestellt in dem folgenden Video :)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Day 132 - otsukaresama deshita!

Ja, das hat man sich doch verdient nach einem anstrengendem Tag im Office, ein "gutes" Feierabendbier, in dem Fall ein Happoshu von Asahi. Hat eigentlich nurnoch entfernt was mit Bier zu tun, aber hat seinen Zweck erfüllt. Dazu nen Haufen Hühnerfleisch in leckerer Soße mit nem Klops Reis. Läuft.


Seit heute bin ich auch stolzer Besitzer einer Suica Karte, die ich direkt mit meiner Monatskarte von Numabukuro bis Meguro aufgeladen habe. Das heisst, ich kann ab jetzt zwischen diesen beiden Stationen herumfahren wie ich lustig bin. Shibuya, Harajuku, Shinjuku, usw. ich komme!

Diese knuffige Karte legt man sich zu den Geldscheinen in den Geldbeutel und kann dann durch auflegen des Geldbeutels an die Touchpads an den Durchgangssperren in den Bahnhöfen einfach durchlaufen. Beschleunigt den ganzen Prozess erheblich und man hat das ganze Geschiss mit den Tickets nicht mehr. Ich hatte ja in der Vergangenheit durchaus eine Tendenz dazu, diese Dinger zu verlieren...


Ein weiteres praktisches japanisches Produkt, dass ich vor kurzem geschenkt bekommen habe, möchte ich hier noch vorstellen. Nachdem ich 2 Monate in Deutschland war, hatte ich die neue Duschkabine im Haus meiner Eltern lieben gelernt. Vor allem, weil dort ein Radio mit eingebaut ist. Schon was feines, wenn dann auch noch die richtige Musik läuft und die Duschkabine dann zur Discodusche wird.
Ich dachte fast schon, ich würde darauf hier in Japan verzichten müssen, aber nein! Einer meiner japanischen Freunde schien meine Gedanken zu riechen und schenkte mir diese Röhre.


Eigentlich ein relativ simples Ding. Oben aufschrauben, iPod oder sonstwas passendes reinstopfen, anstecken und wieder zuschrauben. Das Ding hat an der unteren Seite einen passiven Lautsprecher, der keinen eigenen Strom benötigt, dafür aber auch nicht sonderlich laut ist. Aber für etwas Electro und House in der Dusche reicht es. Das Teil hält auch 100% dicht, so dass auch der ganze feine Dusch-Nebel dem dort eingeschlossenen iPod nix anhaben kann.
Gibt's zu kaufen bei Village Vanguard für rund 10 Euro.

Montag, 15. Februar 2010

Day 130 - Ein Wort: Yamanote

Nun ist es soweit. Ich bin der arbeitenden Bevölkerung Japans beigetreten. Pünktlich 9 Uhr stand ich bei meinem neuen Arbeitgeber auf der Matte, einer global agierenden mittelständischen Firma.
Ich war bei ~200 Leuten im Büro eigentlich von mehr Deutschen ausgegangen, aber es sind wohl maximal so 6 oder 7, inklusive mir.
Bürosprache ist dementsprechend auch Japanisch, obwohl man sich die Mühe macht, mit mir Englisch zu reden.

Alles in allem, bin ich sehr zufrieden nach dem ersten Tag, vor allem auch wegen den sehr deutschen 7,5 Stunden Arbeitszeit + 1 Stunde Mittagspause + Flextime. Da freut sich das Gewerkschaftlerherz (das ich nicht besitze). Überstunden sollen angeblich auch eher unüblich sein, inwiefern das stimmt, wird man noch sehen.

Aber kommen wir zu den wichtigen Dingen, nämlich dazu, dass die Anreise zur Arbeit, fast anstrengender ist als die Arbeit selbst.
Als erstes darf ich die Seibu-Shinjuku Line von Numabukuro nach Takadanobaba nehmen, die schon ziemlich voll, aber noch erträglich ist.
Ab Takadanobaba geht's dann in die berüchtigte Yamanote. Oh Mann. Man könnte sagen, der Zug ist voll, überfüllt, bis an den Rand. Die Wahrheit ist, dass man dafür erst noch ein Wort erfinden muss. Über 200% Belegung helfen auch nicht, sich das Quatschmassaker bildlich vorzustellen, das muss man mal erlebt haben.
Die macht den Weg zur Arbeit echt unspaßig, wobei es nicht hilft, wenn es dann auch noch wie aus Kübeln anfängt zu schütten und man natürlich seinen Schirm zuhause gelassen hat. Also schnell 200 Yen in nen neuen Schirm investiert, jetzt hab ich 2.

Das letzte Wochenende vor Arbeitsbeginn wurde eher relaxed verbracht mit kleinen Ausflügen in Richtung Takadanobaba und Tokyo-Station, wobei die Gegend zwar saugeil anzusehen ist, aber die Preise dort einem den Vogel raushauen. Is wohl eher für die oberen 10.000 gedacht.
Leider hatte ich meine Kamera bei beiden Ausflügen nicht dabei, aber ab jetzt werd ich wieder öfter dran denken, sie auch auf dem Weg zur Arbeit griffbereit zu halten und ein paar Impressionen einfangen.

Hier noch drei kleine Einblicke in meine knuffigen 13 Quadratmeter:


Donnerstag, 11. Februar 2010

Day 126 - Winter in Japan

Es scheint, als hätte ich den Winter mit mir nach Japan gebracht. Kaum kam ich in Sendai an, schneit es dort zum ersten Mal in diesem Jahr. UND WIE!
Das Problem ist, dass es keinen Winterräumdienst gibt, erst irgendwo ab Akita hoch im Norden, wo Schnee alltäglich ist im Winter.
Wenn in Sendai jedoch der Schnee fällt, dann wird Autofahren zum ganz besonderen Ergebnis, denn es bildet sich eine 2 bis 3 cm dicke Eisschicht auf der Straße. Und das überall!! Selbst auf den meistbefahrensten Straßen in der Innenstadt gibt es diese Eisschicht und das Verkehrschaos ist komplett. Mehr als 10-20 kmh sind meist nicht mehr drin.

Was auch erklärt, warum ich gestern per Bus von Sendai nach Koriyama statt 2 Stunden, geschlagene 4,5 Stunden gebraucht habe.

Heute werde ich von Koriyama aus den Shinkansen nach Tokyo nehmen, um dann gegen 17 Uhr mein Apartment in Numabukuro entgegenzunehmen.

Freitag, 5. Februar 2010

Day 119 - The King is back!


Ja nun isses doch Tag 119 geworden statt 118, da ich gestern nicht mehr zum Bloggen kam. Nach knapp 30 Stunden rumreiserei und kleinem Ankunftsbierchen wohl auch durchaus zu verstehen.

Die Flüge waren ohne weitere große Probleme, bis auf die gewohnte mangelnde Beinfreiheit bei Air China, die vielleicht für Chinesen ausreichend ist, für mich 1,75m RIESEN doch schon mittelgroße Probleme aufwirft. Daraus resultierend hab ich nicht allzuviel geschlafen auf den beiden Flügen. Aber wenigstens war diesmal keine Lehne kaputt oder dergleichen. Ich hab's überlebt und bin in Japan, was will man mehr für den Preis?

Ich hatte ja gehofft dem elenden Winterwetter aus Deutschland zu entkommen. Genug Schnee für locker 3 Winter gesehen und um mich herum gehabt.

Tjoa, Pustekuchen.


Kaum bin ich in Sendai angekommen, fing es an wie verrückt zu schneien. Sowas hab ich selten gesehen. Heute sollen noch -1° hier sein, ab morgen wird's dann besser bis knapp unter 10° im Laufe der Woche. Kann's kaum erwarten...

Eine kleine Sache ist mir noch aufgefallen auf der Fahrt hier nach Sendai. Neben mir im Zug saß eine Japanerin mit einer großen Sporttasche auf der original stand "Freedom - I've never felt fresh"
Mein Tipp dazu: Nach dem Sport duschen.